habe über einen Kollegen erfahren, dass ein bekannter Motorenbauer/tuner und einige Rennteams das Phi Oil 0W30 verwenden.
Hat das schon wer verwendet? Würde es gerne selber in meiner 19er 1100er RSV4 verwenden.
Spricht etwas dagegen?
Die Frage ist, warum ein 30er Öl.
Einen Vergleich zwischen den Herstellern kann man ja machen was die technischen Datenblätter ausspucken z.b. im Vergleich zum Motul.
Ich kenne es nur von den Rennmotoren, dass hier ja ganz andere Toleranzen sind um eben alles aus dem Motor raus zu holen was bei der Serienstreuung ja normal nicht der Fall ist, somit wäre ein 0W Öl ggf. ein Griff ins Klo.
Warum dann auch noch ein 30er ausreichend ist, kann ich nicht sagen … ich wäre hier eher in Richtung 50 gegangen bzgl. höheren Temperaturen und daraus resultierenden Viskositäten.
Die Viskosität ist scheinbar recht hoch. Lt. meinem Kollegen, der das bereits verwendet, wird die Steuerkette und die Kupplung etwas lauter. Durch die hohe Viskosität soll garantiert werden, dass der Schmierfilm nicht abreißt, was ja essenziell ist.
Er hat auch schon einige Motoren gesehen, die revidiert und mit diesem Öl gefahren wurden , und hier waren die Wände komplett sauber, also ohne Ablagerungen etc. . Auch Verschleißbilder wie gewohnt, waren nicht vorzufinden.
Ich kenne das jetzt aber nur vom Hörensagen, daher eben die Frage, ob das sonst noch wer kennt.
Wenn das Öl so dünnflüssig ist, sprich eine niedrige Viskosität hat, dann werden die Lagerschnellen schneller mit Öl versorgt, jedoch müssen die Toleranzen dazu passen.
Wenn die Lagerstellen etc. quasi zu viel Spiel haben, baut der MOtor zu wenig Öldruck auf und das Öl drückt es überall einfach raus.
An den Zylindern kann durch die Abstreifer ggf. auch nicht alles abgestreift werden und wird dann verbrannt.
Als ich früher noch mit Turbomotoren rumgebastelt hab, haben wir auch das 0W50 Öl von Motul verwendet, hier war es aber dann so, dass wir eigene Kolben inkl. Ringen, Zylinder bearbeitet. Ventile auf Minimum. KW und Pleuellager mit Wachsstreifen etc. vermessen und ausdistanziert haben.
Hm. Und worauf sollte man jetzt genau achten also worauf kommt es genau an? Bei der 1100er wird ja von Aprilia 10W50 empfohlen.
Hab erst jetzt den Post darüber gelesen. Demnach dürfen die Toleranzen im Motor nicht zu groß sein. Habe aktuell ca. 4000km drauf. Oder kann man das so nicht sagen, sondern erst, wenn man eine Revision gemacht und die Toleranzen messen kann?
Meiner Meinung nach hat dieses Öl nichts in einem Motorrad verloren. Es ist ein Pkw-Motorenöl und ist nicht für die Bedingungen in einem Motorrad ausgelegt (Nasslaufende Kupplung/Getriebe/etc.). Nicht umsonst werden hierfür spezielle Öle entwickelt und selbst da ist Vorsicht geboten.
Ich würde die Finger davon lassen und da kein Risiko eingehen.
Ich würde das sicher nicht in meinen Motor der RSV4 füllen. Aprilia geht bei der 1100-er sogar zu einer höheren Viskosität als bei der 1000-er; sicher nicht ohne Grund
Mit dem dünnen Zeug verlierst du erheblich Schmierfilmdicke in allen Lagern und im Getriebe und aus meiner Sicht ist da ein Lagerschaden vorprogrammiert.
Und wie schon von anderen geschrieben, bei einem Motorrad brauchst du ein Öl mit speziellen Additiven, da Motor, Kupplung und Getriebe höchst unterschiedliche Anforderungen an das Schmiermittel haben. Das PHI-Öl ist aber ein reines Motoröl.
Ich schließe mich den Vorrednern mal an bzw gebe noch etwas hinzu.
Das einzige Problem an der RSV4 ist ein „zu gutes“ Startverhalten, der Motor startet „zu früh“ bevor überhaupt Öldruck da ist. Daher kommt auch der größte Verschleiß gerade in den Nockenwellenlagerböcken. Klar, mit nem 0er Öl kann man hier etwas Abhilfe schaffen aber zu welchem Preis bei richtig hohen Motortemperaturen?
Für Heißlauf wäre ein 10er Öl bei der 1000er RSV4 bestimmt auch besser aber das können andere besser beurteilen.
Das Additivpaket dürfte auch alles andere als optimal sein für einen Motorradmotor und Getriebe…
Noch was: Mir wurde neulich sogar vom Motul 300V abgeraten bezüglich Ölschlammbildung und Ablagerungen.
Ich werde jetzt mal unsere deutschen Jungs von LiquiMoly unterstützen, 5W40 Race Street. Von den Datenblättern was Viskositäten kalt/heiß und die anderen Werte angeht ist der Unterschied zum Motul marginal.
Allerdings habe ich das immer nach spätestens einem 3-tages Renntraining gewechselt.
Der Motor hatte satt Leistung und es war kein Verschleiß zu erkennen, der läuft heute noch.